Skip to main content
Narzissmus & Toxische Beziehungen Christina Diamantis

Narzissmus und toxische Beziehungen erkennen, verstehen, verlassen – mit Christina Diamantis

Christina Diamantis ist Paartherapeutin und Expertin für toxische Beziehungen. Ihr Spezialgebiet ist Narzissmus – eine Persönlichkeitsstörung, die sich durch ein Muster von Großartigkeit, ein durchgehendes Bedürfnis nach Bewunderung und ein Mangel an Einfühlungsvermögen in andere ausdrückt.

Wie erkenne ich eine toxische Beziehung? Was können Menschen tun, wenn sie vermuten, in einer toxischen Beziehung zu sein? Gibt es immer einen Täter und ein Opfer oder haben beide Partner ihre Anteile?

Diese und viele weitere Fragen klären wir in diesem extrem spannenden Gespräch.

Alles über Christina findest du hier: https://www.projekt-beziehung.de

In dieser Sex-Podcast Folge ist Jones im Gespräch mit Paartherapeutin Christina Diamantis. Sie vertiefen sich intensiv in das Thema toxischer und narzisstischer Beziehungen. Christina bringt uns nahe, was diese Begriffe bedeuten, wie sie in Beziehungen erkannt werden können und welche Schritte unternommen werden können, wenn man vermutet, sich in einer solchen Beziehung zu befinden. Die Episode legt besonderen Wert auf die Untersuchung der Phasen dieser Arten von Beziehungen und die Anerkennung dieser Phasen als der erste Schritt zur Lösung.

Jones und Christina diskutieren auch über die schädlichen Auswirkungen toxischer Beziehungen auf unseren Geist, unser Bewusstsein und unsere zwischenmenschlichen Fähigkeiten. Darüber hinaus wird die Unterscheidung zwischen „grandiosen“ und „verdeckten“ Narzissten erörtert. Ihre Diskussion reicht weiter, sie beleuchten auch Präventivmaßnahmen und liefern viele Erkenntnisse über den Unterschied zwischen gesunden Beziehungen und ungesunden, toxischen Beziehungen. #sex-workshop

Toxische Beziehungen: Verstehen, Erkennen und Lösen

In modernen Beziehungen stolpern wir oft über die Begriffe „Karma-Seele“ oder „Twin Flame“. Manchmal haben wir das Gefühl, dass unsere Beziehung durch unsere kindlichen Prägungen determiniert ist. Aber es ist wichtig zu betonen, dass eine gute Beziehung immer auf die Bemühungen beider Partner ankommt. Es ist eine gefährliche Vorstellung, dass Opfer sich ihre Täter aussuchen – viel öfter ist es die Realität, dass Täter ihre Opfer suchen.

Missverständnisse um das Opfer-Dasein

In unserer Gesellschaft gibt es hartnäckige Mythen, die uns glauben lassen, dass Opfer in gewisser Weise für ihr Leiden verantwortlich sind. Betrachten wir das Beispiel einer Frau, die sich nach einem Restaurantbesuch dazu entscheidet, durch einen dunklen Park statt auf einer beleuchteten Straße nach Hause zu gehen. Sollten wir dann behaupten, dass sie die Verantwortung für eine mögliche Attacke trägt, nur weil sie diesen Weg gewählt hat? Diese Denkmuster sind ebenso schädlich wie sie weit verbreitet sind.

Erkennen und Verstehen narzisstischer Beziehungen

Ein intensives Gespräch mit der Paartherapeutin Christina Damantis hat Licht auf das komplexe Thema toxischer und narzisstischer Beziehungen geworfen. Sie erklärt, was diese Begriffe bedeuten, wie man sie in Beziehungen erkennt und welche Schritte man unternehmen kann, wenn man vermutet, in einer toxischen Beziehung zu sein.

Sie betont, dass es vier Phasen oder Stufen einer narzisstischen Beziehung gibt, die alle solchen Beziehungen durchlaufen. Die Kenntnis dieser Phasen und deren Anerkennung ist der erste Schritt zur Lösung.

Einfluss von narzisstischen Beziehungen auf unseren Geist

Jones und Christina diskutieren auch darüber, wie toxische Beziehungen unsere Gehirne, unser Bewusstsein und unsere zwischenmenschlichen Fähigkeiten verändern und wie wir uns danach wieder „reparieren“ können. Sie gehen auch auf die Unterschiede zwischen „grandiosen“ und „verdeckten“ Narzissten eingegangen.

Die Realität toxischer Beziehungen: Traumabonding und Verantwortung

Ein Problem in toxischen Beziehungen ist das sogenannte „Traumabonding“. Es besteht aus der paradoxen Sucht nach der Verletzung, dem Versuch, die Beziehung immer wieder in eine „Liebesbombe“-Phase zurückzubringen. Leider ist das Verlassen solcher Beziehungen oft genauso schwer wie das Aufhören eines Drogengebrauchs.

In der Gesellschaft besteht oft die Auffassung, dass das Opfer irgendwie „es darauf anlegt“ oder seinen Täter „anhängt“. Diese Annahme ist sowohl gefährlich als auch falsch. Tatsächlich ist es viel häufiger der Fall, dass Täter ihre Opfer aussuchen, nicht Opfer ihre Täter. Dies ist ein hartnäckiger Mythos, der sowohl misverstanden als auch oft missbraucht wird, um Opfer von Gewalt die Schuld zu geben.

Narzissmus: Geboren oder erzogen?

Eine der umstrittensten Fragen um das Thema Narzissmus ist, ob Narzissten geboren oder erzogen werden. Es gibt einige Studien, die darauf hinweisen, dass Narzissmus genetisch bedingt sein kann, aber es herrscht auch Einigkeit darüber, dass erzieherische Faktoren eine Rolle spielen können.

Eine Studie der Charité in Berlin zeigte, dass Narzissmus vererbt werden kann. Das Problem der Forschung auf diesem Gebiet besteht jedoch darin, dass sich narzisstische Menschen kaum in Therapie begeben, was auf ihren Mangel an Selbstreflexion zurückzuführen ist.

Es gibt allerdings auch Mitgefühl für Narzissten, da sie in vielen Fällen selbst Opfer waren und aus ihrem Leid heraus handeln. Sie können jedoch auch sehr destruktiv sein und werden oft als „nicht therapierbar“ eingestuft, da sie emotional auf sich selbst fixiert sind und keine Verantwortung für ihre Handlungen übernehmen.

Beziehungen mit Narzissten: Eine toxische Dynamik

In Beziehungen mit Narzissten ist es wichtig zu erkennen, dass diese oft zwei Seiten haben. Einerseits können sie charmant, wohlgesprochen und einnehmend sein. Andererseits können sie manipulativ, egozentrisch und unsensibel sein.

Diese charismatischen und manipulativen Seiten können oft nahtlos ineinander übergehen und es für Außenstehende schwierig machen, das wahre Ausmaß der toxischen Dynamik zu erkennen. Während der netten Phasen tendieren Narzissten dazu, ihre Partner mit Liebe zu überhäufen (ein Prozess, der als „Love Bombing“ bekannt ist). Dies kann dazu führen, dass sich das Opfer schuldig oder verwirrt fühlt, wenn die manipulativen Verhaltensweisen beginnen.

Der Weg aus narzisstischen Beziehungen

Sobald jemand erkennt, dass sie in einer toxischen Beziehung sind, besteht der nächste Schritt darin, professionelle Unterstützung zu suchen. Es ist wichtig, dies mit äußerster Vorsicht zu tun, da der narzisstische Partner oft aggressiv reagiert, wenn er spürt, dass seine Kontrolle in Gefahr ist.

Eine Option ist es, sich an einen Paartherapeuten zu wenden. Der Vorteil dabei ist, dass beide Partner Unterstützung und Orientierung erhalten können. Es ist allerdings wichtig, dabei zu bedenken, dass Narzissten oft Schwierigkeiten haben, ihr eigenes Verhalten zu erkennen und zuzugeben, und es daher häufig vorkommt, dass sie die Hilfe ablehnen.

Eine andere Möglichkeit ist die Inanspruchnahme von Einzeltherapie. Hier können Betroffene ihre Gefühle und Erlebnisse in einem sicheren Umfeld bearbeiten und lernen, gesunde Grenzen zu setzen.

Es ist wichtig zu betonen, dass Narzissmus eine ernsthafte psychische Störung ist und dass sie nicht ignoriert oder unterschätzt werden sollte. Obwohl es möglich ist, eine toxische Beziehung zu verlassen und zu heilen, kann der Prozess komplex und schmerzhaft sein. Es erfordert Mut, ständige Unterstützung und oft auch professionelle Hilfe. Narzisstische Beziehungen können sich verheerend auf das Selbstwertgefühl, die psychische Gesundheit und das allgemeine Wohlbefinden des Opfers auswirken. Daher ist es entscheidend, die Kontrolle zurückzugewinnen und einen Weg zu einer gesünderen und erfüllteren Zukunft zu finden.

Gewalt in Beziehungen: Mobbing und psychische Auswirkungen

In Beziehungen manifestiert sich Gewalt nicht immer in körperlicher Form. In vielen Fällen handelt es sich um psychische Gewalt, die teilweise schwerer zu erkennen und nachvollziehbar ist. Ein Bereich, der oft übersehen wird, ist das Mobbing zwischen Partnern. Auch wenn diese Form von Missbrauch keine sichtbaren Narben hinterlässt, sind die psychischen Schäden oft weitreichend und langfristig.

Es ist falsch zu glauben, dass psychische Gewalt weniger schädlich ist als körperliche Gewalt – im Gegenteil, sie kann genauso, wenn nicht schwerer, heilen. Es ist auch wichtig zu betonen, dass psychische Gewalt letztendlich auch körperliche Auswirkungen haben kann. Sie kann zu posttraumatischen Belastungsstörungen, Depressionen, Angstattacken und sogar Suizidgedanken führen.

In gewisser Weise kann psychische Gewalt auch als eine Form körperlicher Gewalt betrachtet werden, da sie ernsthafte physische Folgen haben kann. In schweren Fällen kann es zu einer Dysregulation des Hormonhaushalts und anderen gesundheitlichen Problemen kommen.

Es ist wichtig, sich der Komplexität dieser Art von Missbrauch bewusst zu sein. Es handelt sich nicht um ein einmaliges Ereignis, sondern oft um ein dauerhaftes, tief sitzendes Muster. In der Beziehung entsteht eine Bindung – häufig durch abermalige Wiederholung und Veränderung der Wahrnehmung, die das Gehirn beeinflusst. Dieser dauerhafte Zustand der Ungewissheit und des Missbrauchs führt zu tiefgreifenden psychologischen Narben.

Trennungen in narzisstischen Beziehungen

Treten Menschen aus narzisstischen Beziehungen heraus, erleben sie eine besonders schwierige Trennungsphase. Aufgrund des vorhergehenden Traumabondings durchleben sie ähnliche Entzugserscheinungen wie Drogenabhängige – ein Zustand, der als „cold turkey“ bekannt ist.

Der Schmerz dieser Trennung ist oft intensiver als der des Aufenthalts in der Beziehung, doch er hört letztendlich auf. Es erfordert jedoch große Willenskraft, diesen No-Contact Regel konsequent einzuhalten und sich der schmerzhaften Realität zu stellen.

Diese Trennung muss klar und deutlich sein – ein schleichendes Aufgeben der Beziehung birgt das Risiko eines Rückfalls. Denn narzisstische Personen suchen immer wieder den Kontakt zu ihren ehemaligen Partnern. Selbst wenn es so aussieht, als ob die Narzissten eine Veränderung eingehen möchten, ist es wichtig, skeptisch zu bleiben.

Es ist nicht ungewöhnlich, dass Menschen mehrere Versuche brauchen, um endgültig aus einer toxischen Beziehung auszusteigen. Um das Risiko eines Rückfalls zu minimieren, ist es wichtig, passende Unterstützung zur Seite zu haben.

Post-Trennungsphase: Das Hoovering

Nach einer Trennung ist es typisch für Narzissten, in die sog. „Hoovering“ Phase zu treten – ein Phase, in der sie versuchen, ihre ehemaligen Partner zurückzugewinnen. Dies können Versprechungen von Veränderungen sein, oder andere manipulative Taktiken wie Schuldzuweisungen und Sympathischeiten spielen.

Es ist entscheidend, dass die Betroffenen standhaft bleiben und den Versuchungen widerstehen. Dies erfordert eine hohe emotionale Widerstandsfähigkeit und oft auch professionelle Unterstützung.

Die Bedeutung der Selbst- und Fremdreflexion

Schließlich ist es wichtig, eine Selbstreflexion zu fördern und auf Feedback von Freunden und der Gemeinschaft zurückzugreifen, um gesunde Grenzen in Beziehungen zu setzen. Sich über die toxischen Dynamiken klarzuwerden, kann helfen, eine ungesunde Beziehung zu erkennen und teilweise auch zu verlassen.

Darüber hinaus besteht die Lösung nicht nur darin zu gehen, sondern auch zu heilen und zu erholen. Aus diesem Grund ist professionelle Hilfe oft unerlässlich. Es nicht nur notwendig, das Selbstwertgefühl und die psychische Gesundheit zu erlangen, sondern auch, eine gesündere und erfüllendere Zukunft aufzubauen.

 

WordPress Cookie-Hinweis von Real Cookie Banner