Sexhacking

Der Shortcut zu einem neuen Sexleben

Es ist das Jahr 2014. Ich bin 28 Jahre alt. Ich bin ein Mann. Und ich habe verdammt noch mal keinen Bock auf Sex. Stimmt nicht ganz: ich habe keinen Bock auf Sex und noch dazu Angst davor. Angst vor Frauen, vor Dating, vor Leistungsdruck und vor meinen Erektionsproblemen. Und dadurch auch keinen Bock, mich der Sache zu stellen.

Ich bin gerade in meinem ersten Porno-Reboot. Mindestens 30 Tage keine Pornos, keine Masturbation und keine Sexfilme. Warum?

  • Ich habe keine Lust auf Sex, aber hänge auf Pornos.
  • Ich habe Angst vor Frauen, aber hänge auf Tinder.
  • Ich habe Erektionsprobleme – außer mit Pornos.
  • Ich kann ihn nicht lange „oben“ halten oder ich spritze nach 10 Sekunden ab.
  • Ich bin niedergeschlagen, habe keinen Bock auf nix.
  • Ich glaube, das wird sich nie ändern.

Wenn eine Person alle 99% der sexuellen Probleme auf ein Mal erlebt, bin ICH das.

Wie ich da nur hingekommen bin? Primär mit Pornos, in die ich mich seit meinem 12. Lebensjahr verliebt habe. Nicht nur ein bisschen jede Woche, 10 mal jeden Tag wichse ich auf Filme im Internet. Zudem ernähre ich mich richtig scheiße. Meine mentale Hygiene ist ebenso scheiße. Ich bin müde, abgeschlagen, lustlos und ängstlich. Eine dunkle Stimme quatscht in mir den ganzen Tag, warum eh alles scheiße ist. Von Lust auf Leben, Sex und Selbstausdruck ist Fehlanzeige.

Inzwischen ist 2014 und 15 Jahre später hänge ich in dieser Dauerschleife aus künstlicher Stimulation und schlechten Gewohnheiten, die mich in die Abwärtsspirale ziehen. Ein Porno-Reboot ist die Idee – für einen bestimmten Zeitraum komplett von Pornos und Masturbation wegzubleiben. Mindestens 30 Tage nichts – keine Filme, keine Fantasien, kein Wichsen.

Nur, was kommt dann? Wie finde ich zu Selbstbewusstsein, sexueller Ausstrahlung, Bock auf Sex und Zugang zu Dating und Sex?

Von Pornos wegbleiben repariert zwar große Teile meiner Sucht, beziehungsweise meiner Gehirnsysteme. Aber nur, weil ein Alkoholiker von Bier wegbleibt, heißt das ja nicht, dass er plötzlich Bock auf Wasser mit Zitrone hat. Oder wieder Lust auf Sport bekommt. Oder Lust auf’s Leben.

Meine Sucht ist nur ein Symptom für die drunterliegende Basis: der Lifestyle, der dafür sorgt, wie ich mich fühle und wie ich mich selbst zum Ausdruck bringen kann. Ich beginne also, meine Gewohnheiten, meinen Körper und meine Ernährung zu optimieren. Das ist wichtig, denn nur weil ich weg von Pornos bin, heißt das eben nicht Lust auf Frauen, Dating und Sex. Der wichtigste Teil fehlt noch: wie schaffe ich es, mich richtig geil und lebendig zu fühlen, um richtig mit Bums auf die Welt zuzugehen? Wie bekomme ich wieder Vertrauen in meinen Körper und seine sexuellen Funktionen?

Das alles hat auf der einen Seite mit all den Hormonen, Neutrotransmittern und Nährstoffen in meinem Körper zu tun. Sie sind es, die meinen Körper fit und geil machen – auf das Leben, die Liebe und auf Sex. Andererseits hat es mit vielem zu tun, was wir nicht messen können: mit Angst, dem Nervensystem und unseren Gewohnheiten. Das alles ist mir damals schleierhaft bewusst, aber mit der Einsicht alleine entsteht keine Agenda für den Weg. Ich begebe mich also auf die Suche nach einer Anleitung für mein Sexleben.

Zu meinem Erstaunen gibt es diese Art von Ratgeber nicht. Wie ich meine Systeme im Gehirn repariere, mich richtig für meinen Sexdrive ernähre, wie ich mein Nervensystem manage und wie ich mein Gehirn trainiere – diese Kombination suche ich mir mühsam aus Studien und Ratgebern zusammen. Zwar bin ich kein Arzt, aber eben ein Lifestyle- und Biohacker im weitesten Sinne. Ich experimentiere und analysiere, fresse alles von Magnesium bis Hormone und finde immer genauer heraus, was meinen Körper in den Sex-Mode bringt und welche Nährstoffe, Nahrungsergänzungsmittel und Körperübungen welchen Effekt haben. Über die Jahre finde ich immer genauer heraus, was Männern (und Frauen!) zu einem glücklicheren Sexleben verhilft.

Dieses Booklet schreibe ich in 2020 und in den vergangenen Jahren hat sich mein Leben gewaltig verändert. Ich habe Lust auf’s Leben, Bock auf Frauen und Spaß am Sex. Viel Sex, denn ich treffe mich fast wöchentlich mit unterschiedlichen Frauen und habe geilen Sex, ohne Viagra, andere Potenzmittel und ohne Angst vor Erektionsproblemen oder frühzeitigem Samenerguss.

Mein Potenzmittel ist ein perfektes System aus Körper und Geist, das läuft wie eine Maschine.

Die vergangenen Jahre habe ich meinen Körper so perfekt optimiert, dass ich im Bett selbstbewusst bin und die Begegnung endlich genießen kann, weil eben nicht meine Sorgen und Ängste im Kopf und Körper immer wieder dazwischenfunken. Mein Penis funktioniert wie jedes Organ so zuverlässig, dass ich keinen Gedanken mehr an ihn verschwenden muss. Er läuft wie eine Atomuhr. Fehlfunktion zu 99% ausgeschlossen.

Mein Leben hat sich von 3-5 Mal Sex im Jahr auf mehr als 20 mal im Monat rasant um 180 Grad gedreht. Hätte mir das in 2014 jemand gesagt, hätte ich ihn für verrückt erklärt. Was ich damals nicht wusste, aber heute bestimmt sagen kann: wir haben mit wenigen Optimierungen unsere Sexualität voll und ganz selbst im Griff.

Fast jedes sexuelle Problem kann in eine von zwei groben Kategorien eingeordnet werden, mit jeweils etlichen Möglichkeiten der Optimierung.

Kategorie 1 nenne ich die “Hardware”. Wie bei einem Computer sind das einfach gesagt die Bauteile in unserem Körper und der Strom, der durch sie fließt. Der Mensch ist ein Sexualwesen. Jeder von uns ist auf der Welt, weil zwei Leute Sex hatten. Wären Erektionsprobleme und fehlender Sexdrive ein gängiges Menschheitsproblem, wären wir längst ausgestorben. Mit anderen Worten: Dein Körper ist eine Maschine mit dem biologischen Ziel der Fortpflanzung. Jeder gesunde Organismus ist spezialisiert auf Sex und jede Fehlfunktion im System ist nichts als ein Motor ohne Benzin: ziemlich leicht zu fixen.

Mit Hardware meine ich also den Körper, den wir mit dem richtigen Treibstoff aus Lifestyle und Ernährung wieder auf Höchstleistung bringen können.

Kategorie 2 nenne ich die “Software”. Ein Computer, der funktionsfähig ist, ist zwar toll, aber ohne Software können wir nichts damit anfangen. Erst die Software macht mit der Maschine etwas, das Ergebnisse erzielt. Beim Computer machen wir mit der Rechenleistung aus den „Nullen und Einsen“ Bilder, Worte, Texte und Dokumente. Mit der Software im Kopf und im Körper machen wir Lust auf Sex, Selbstausdruck, Kreativität und Lebenslust.

Mit Software meine ich also alles, das Sexualität die Bedeutung im Kopf und Körper gibt. Die uns entweder auf die Person und auf Sex zugehen lässt, oder unsere Fluchtinstinkte auslöst und vor Intimität fliehen lässt. Das ist wichtig, denn selbst Viagra funktioniert nicht, wenn der Kopf nicht das „Go“ vom Kopf über das Nervensystem in den Penis sendet.

Natürlich zählt das auch für alles, was vor dem Sex kommt. Zum Beispiel meine Ausstrahlung, mein Selbstbewusstsein, meine sexuelle Lust und mein Drang ins Bett. Alles das ist nicht alleine von der Funktion meines Körpers abhängig, sondern von der Mentalität, die durch Belohnungssysteme, Nervensystem und Assoziationen im Kopf meistens unbewusst gesteuert wird.

Wenn Hardware und Software aufeinander abgestimmt sind, haben wir einen ziemlich geilen Computer am Start, mit dem man so richtig gut leben kann. Und eben Sex hat.

In den folgenden Kapiteln beschreibe ich die Funktionen von Hardware und Software, erzähle dir von den Geheimnissen und Insights von Lifestyle-Tricks, Nahrung und Nahrungsergänzungsmitteln. Du wirst lernen, wie du deinen Körper zu diesem Computer machst, der 1A funktioniert. Konkret lernst du im Kapitel „Hardware“ alles über die körperliche Funktion und Fehlfunktion und wie du diese mit einfachen Supplements und einer besseren Ernährung sofort in den Griff bekommst. Im Kapitel „Software“ erzähle ich dir, wie du dein Dopamin optimierst, dein Nervensystem trainierst und mit Körperübungen deinen Geist in den richtigen Zustand bringst.

Dafür musst du nicht wie ich mühsam die nächsten 5 Jahre Experimente testen und Bücher lesen – dieser Ratgeber hat das Ziel, dir ohne viel Blabla direkt die richtigen Shortcuts zu nennen, die dich innerhalb von Tagen und machmal sogar Stunden zur sexy Sexmachine machen können.

Vorwort von Dr. Silberrücken Jones Boldt

Zugegeben: ich bin kein Arzt und kein Doktor. Und ich will keiner sein und werde niemals einer werden. Was ich über Sex weiß, hat einen wissenschaftlichen Hintergrund, den auch ich als Laie über die Jahre zusammengetragen habe und nicht immer komplett verstehe. Ich bin in der Hinsicht wie ein selbsternannter Biohacker: ich habe kein Whitepaper darüber geschrieben, aber ich weiß, dass Magnesium gut für dich ist, wenn du Sport machst. Meine Tests und Recherchen sind wie Notizen, die ich dir zum Lesen gebe, weil sie mir geholfen haben.

Sexhacking ist in der Hinsicht genauso wissenschaftlich, wie es klingt. Es macht trotzdem Sinn zu verstehen, wie Körper, Geist, Hormone und Botenstoffe dafür sorgen, dass vom Kopf bis in den Schoß alles funktioniert, was mit Sex zusammenhängt. Natürlich könntest du gleich alle 50 Lebensmittel und Supplements in den folgenden Kapitel fressen, um mit einem Kanonenschlag deinen Körper zu Sexmaschine zu verwandeln. Aber denke mal nach: vielleicht ist es nur eine Stellschraube, die das ganze System optimieren könnte. Genau deshalb ist das Verständnis und die eigene Reflexion so wichtig. Die richtige Stelle mit dem richtigen Ansatz ist wahrscheinlich schon genug, um die größtmögliche Wirkung mit dem kleinstmöglichen Tool zu bewirken. 1% Optimierung, 100% Ergebnis.

Nimm Sexhacking also mit einer Prise Humor und dem Bewusstsein zur Achtsamkeit für deinen Körper. Sex ist für mich kein Leistungssport und ich verfolge nicht das Ideal, dass du als wollüstige Rakete ab sofort die ganze Welt einmal knatterst. Ich sehe Sexhacking aus der anderen Richtung: ich will damit ermöglichen, die schönste Nebensache der Welt mehr zu genießen, vollständig genießen zu können und darin restlos glücklich zu werden. Am Ende ist es dein Ding, was du daraus machst. Wenn es nach mir geht, wirst du einfach nur ein freierer, glücklicher Mensch. Und das hat definitiv nichts mit chemischen Potenzmitteln zu tun.

Ich wünsche mir – wie im echten Leben auch – in diesem Booklet Spaß über Sex mit Spaß am Sex zu verbinden. Ich versuche die Balance von Wissenschaft und Humor, damit du das Wesentliche verstehst und Sex mit etwas schönem verbinden kannst. Nimm also bildhafte Vergleiche und lustige Abschweifungen mit einem Augenzwinkern und nimm an den richtigen Stellen die ernsthafte Botschaft für dich mit. Ich versuche auch in diesem Booklet so gut wie möglich geschlechtsneutral zu sein. Sexhacking dreht sich nicht darum, dass Männer einen steiferen Pimmel bekommen, sondern um Lust generell bis zum steifen Etwas, das übrigens auch für Frauen gilt. Wenn du also Erektion liest, denke Erregung. Steif werden nicht nur Penisse, sondern auch die Wände der Vagina.

„Wie ist dieses Booklet strukturiert?“ fragen alle. Die beiden ersten Kapitel gehen auf den Körper als die „Hardware“ und die Psychologie als die „Software“ im Körper ein. Hier versuchen wir die grundlegenden Prozesse in Kopf und Körper als Schaltkreise zu verstehen, um Lust, Erregung und Sex als Zusammenspiel vieler Teilaspekte zu verstehen.

Kapitel 3 teil sich auf in die Überbegriffe Ernährung & Nahrungsmittel, Nahrungsergänzung & Supplements und Körper & Übungen. Ich versuche sie so gut wie möglich zu strukturieren, damit du die richtigen Mittel und Wege für dich findest. Danach empfehle ich dir, aus jeder Annahme, was dir gut tun würde, einen Test von mindestens 2 Wochen zu machen, um das Ergebnis von besseren Gewohnheiten, Ernährung oder Übungen zu reflektieren. Du kannst gerne dafür eine kleine Notiz am Rechner oder als Notizheft anfertigen, um die Veränderungen deiner Sexualität zu dokumentieren. Am Ende wird es so sein, wie bei einer guten Persönlichkeitsentwicklung: Du wirst dich besser fühlen und richtig geil Sex haben und dir einreden, dass das Booklet von damals völlig überflüssig war. Dann werde ich mein Ziel für dich erreicht haben.

Viel Erfolg, du sexy Beast!

Jones Bolt