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[Artwork by IBAYARIFIN]

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Warum echtes Leben an der Grenze beginnt, wo dich niemand sieht.

Zu Beginn meiner Reise in Bali dachte ich, es sei eine gute Idee, nach den spirituellen Hosen auch in die Yoga-Posen zu steigen.

Am zweiten Tag stand ich deshalb auf der Matte, zu einer Anfänger Ashtanga Class.

Innerhalb von 10 Minuten wusste ich, dass sich mit meinen Hamstrings auch mein Leben ausdehnen wird. Nicht wie “ein neues Leben finden” – sondern eine Praxis, die alles, was ich tue, erweitern wird.

Am Anfang sitzt mein neuer Yoga Master “Ade” in der Ecke und nickt andächtig zur Begrüßung. Alle wissen, dass hier geschwiegen wird. Weich aber bestimmt bosst er alle nach vorne, die sich ihren Luxusplatz hinten links (aka ICH) eingerichtet haben.

Jede Lücke wird geschlossen. Deine Bolster und Blöcke kannst du gleich wieder ins Regal räumen. Keine Tücher auf den Matten, kein Bullshit drumherum. Es wird nicht getrunken. Hier wird gearbeitet. Zu trinken gibt es Schweiß und Tränen.

Zuerst müssen alle nach vorne, nah um ihn im Kreis sitzen. Er starrt in die Luft, sein Atem presst Philosophie in Worte. Drei Sätze zu dem, was Yoga wirklich ist. Danach macht niemand mehr Sport – wir arbeiten an unserer Unabhängigkeit.

Happy now, happy life, happy death.

Während der Klasse läuft er im herabschauenden Hund durch die Reihen, um dich zu korrigieren. Ab und zu auch im Rad, so bendy, dass er die Decke streichen und seine Fußnägel gleichzeitig lackieren könnte. Immer wieder sagt er “Why you look at me? Look at your nose tip!”. Wenn du lasch in der Kurve hängst, tippt er auf den schlaffen Muskel und sagt “What is this, decoration!?”.

Your body is way more capable than your mind thinks of you.

Ich schwitze wie ein Arschloch, ab und zu bricht ein Lachen aus Wahnwitz und Mahnmal aus mir heraus. Mir tut alles weh, aber etwas bewegt sich tiefer in mir. Am Wochenende besuche ich den Beginner Workshop seiner Frau. Danach sprechen beide mich an, ob ich nicht ernsthafter in die Sache einsteigen will.

Sie laden mich in ihre private Shala ein, Mysore Ashtanga practice, jeden Morgen, sechs Tage die Woche. Das war’s, ich bin all-in.

Eine einzige WhatsApp Nachricht macht klar, dass ich jetzt im Schwitzkasten bin:

“This is the address. We start at 7. Be there 10min early.”

If you got the message, hang up the phone. So kommt man also in die Gang. Ich fühle mich geehrt, als hätte mich der Bundestrainer mit Schweinsteiger verwechselt.

Am nächsten Morgen stehe ich in genau der dämmernd beleuchteten Scheune, die du dir von Karate Kid vorstellst. Mit mir sind 5 andere, völlig dehnbare, absolut shredded Körper, die in völliger Stille ihre Praxis machen. Dazwischen mein Lehrer Ade, der wie Mr. Miyagi nur eingreift, wenn ein Schüler waschen und polieren verwechselt hat.

In der hinteren Reihe bekomme ich die private Blitzausbildung. Ganz vorne steht ein persönlich signiertes Bild von Paramaguru Sharath Jois, Schüler von Pattabhi Jois und einer der großen Lineage Holder des Ashtanga Yoga. Mein Lehrer Ade ist einer von rund 1.000 Teachers weltweit, die auf der Website von Jois gelistet sind. In Deutschland sind das beispielsweise nur 32.

Scheiße, ich komme mir vor wie im Trainingslager der Ninja Turtles. Ade ist nicht Mr. Miyagi, das ist Meister Splinter. Diese Leute hier, die trainieren keine sexy Yoga-Body für Instagram, die trainieren die Kontrolle über ihren Geist und erziehen sich selbst. Das sind meine Leute!

Gegen Ende der ersten Session unterbricht mich Ade, es sei genug für heute. Ich liebe die Grenze und beuge mich ohne Zweifel. Als er mich fragt, ob ich für einen Monat einsteigen möchte, sage ich JA, ohne überhaupt den Preis zu kennen.

Der Preis spielt absolut keine Rolle. Nada. Zero. Das hier ist viel größer, als dass ich es mit Angst abwägen müsste.

Whatever it takes.

Babykomfort.

Je mehr ich hier wachse, umso mehr erkenne ich viele alltägliche Probleme als Symptom eines untrainierten Geistes.

Viele von uns haben nicht gelernt, dass irgendwann die Zeit kommt, an der wir unsere kindlichen Erwartungen an die Welt in unsere erwachsenen Ansprüche an uns selbst verwandeln müssen.

Wir sind es, die sich ab einem Zeitpunkt selbst an den Haaren hochziehen müssen, die sich selbst bemuttern und bevatern müssen, weil da keine Erwachsenen mehr kommen, die das ungefragt für uns machen.

Ich denke an so viele Paarcoachings, in denen Leute sagen “Die Doofe soll endlich aufhören damit!” oder “Der Depp soll jetzt mitspielen!”. Ich denke an so viele Einzelpersonen, die durch ihr Leid so viel positiven Nutzen haben, dass da gar keine Lösung gewünscht wird.

Verstehe mich nicht falsch, das geht uns allen so. Ich bin die Sau, die um 6 Uhr überlegt, ob heute doch mal Pause sein sollte. Und ich bin die Sau, die sich selbst in den Arsch tritt und um 9 Uhr stolz auf sich ist.

Der quengelnde Babykomfort ist unser Standard. Das Gravitationsfeld der Realität zwingt uns seit unserer Geburt dazu, Muskeln zu entwickeln. Wenn wir uns nicht selbst führen, wollen wir Jahrzehnte später noch immer aus Angst in die Hose machen, aber erwarten den Windelwechsel von den anderen.

Hier ist ein Satz, der mir diese Woche bei den Rückbeugen spitz ins Kreuz gefahren ist:

Wenn du nicht am Limit lebst, nimmst du zu viel Platz ein.

Wenn du nicht am Limit lebst, nimmst du zu viel Platz ein.

Wenn du es zweimal gelesen hast: zu viel Platz eingenommen.

Am Limit leben heißt nicht, extrem zu sein. Es heißt, an der Kante dessen zu leben, was dich gerade entwickelt. Nicht über dich hinausprügeln. An der Grenze dich entdecken. Dich strecken, lernen, den Bereich dehnen, der Aufmerksamkeit braucht. Das Selbstverständnis, dass du dich an dir selbst hochziehen musst und es dafür Haltung braucht, weil Schwerkraft an dir zieht.

Ich denke an die Millionen Male, an denen ich um 6 Uhr nochmal die Augen zugemacht habe, um ab 8 völlig verklatscht am Leben teilnehmen zu müssen.

Die meisten sind vollkommen überfordert von ihrer Unterforderung.

Sie arbeiten viel, um nicht arbeiten zu müssen. Sie decken sich mit Konsum zu, weil der Nutzen ihrer Arbeit immer nur Geld war, mit dessen Sicherheit sie nichts anfangen können. Wenn der Purpose fehlt, suchen wir Erfüllung im flachen Wasser und tun auf Instagram so, als würden wir im tiefen Becken schwimmen.

Nie wirst du tief glücklich, aber immer fast.

Wenn du nicht am Limit lebst, wirst du innerlich klein, aber die Welt um dich wird groß.

Du sammelst einen Speckmantel an, kaufst breite Autos, baust dicke Häuser, planst fette Urlaube. Die Sicherheit um dich ist eine fragile Hülle für die Schnecke im Innen. Du schleichst dich durch die Jahre, behauptest dich im Gerangel der Erfolge, gibst deine Freiheit für den Status auf.

Wieder und wieder sitzt du am Gardasee mit deiner deutschen Wurstel Pizza und fragst dich, ob die ganze Scheiße sich lohnt. Irgendwann bist du zu alt, und der Beweis dafür sind glitzernde Tennisschuhe und zu starke Parfums, mit denen du prunkvolle Elster deinen Kurschatten bezauberst.

Du wolltest etwas schöpfen, aber du hattest zu viel Angst.

Wenn du nicht am Limit lebst, lebst du schon mit den Konsequenzen, die du befürchtest.

Die Depression des Alltäglichen ist exakt so schlimm, wie der Verlust, den du auf dem Weg zu deinen Träumen befürchtest. Du fängst nicht an und dein Wildwuchs im Kopf produziert mehr Anxiety, als dein heldenhafter Befreiungsschlag jemals erzeugen würde.

Du machst dich selbst vergessen, was es ist, das du eigentlich willst. Dann machst du die Suche selbst zur Ablenkung und führst den Beweis, es ja zu versuchen. Da ist zwar ein Impuls für etwas wirklich Wildes, aber das ist dann doch etwas zu verrückt.

Die mögliche Expansion fühlt sich so gefährlich an, dass du in der Restriktion implodierst.

Wenn du nicht am Limit lebst, hängst du in Romantik und Limerenz ab.

Deine Beziehungen sind dann nicht lebensbejahende Partnerschaften, sie sind Schauspiele von Bemutterung und Bevaterung. Unendliche Probleme innerhalb endlicher Spiele von Kontrolle und Macht. Immer ein Gegenüber, das dir irgendwie im Weg steht, du aber auch nicht loslassen kannst.

Genau die Kontrolle und Macht, die du in deinem eigenen Tun ertragen müsstest, erhoffst du dann von deinen Lovern. Damit machst du aus Menschen eine graue Masse, auf die du deine Defizite projizierst.

Dein übergroßer Fokus auf den Bereich von Liebe und Beziehungen ist der Hinweis, dass du etwas anderes vermeidest. Du lenkst dich ab mit Leuten, die dich retten sollen. Du machst dir Verlassenheitsgefühle im Versuch, nicht verlassen zu werden. Du bespaßt dich mit Lust und Leid, weil dir kein anderer Lebensbereich so große Gefühle macht.

Die Angst wäre dieses große Gefühl, würdest du nur endlich mal richtig da rein atmen.

Wenn du nicht am Limit lebst, hast du vernünftige Ausreden.

Selbsterklärend gibt es gute Gründe, warum du weiterhin überleben musst. Vor allem, wenn du glaubst, nur so bis hierhin überlebt zu haben. Alternativen gibt es nicht, deshalb spielst du, um nicht zu verlieren, was du hast, statt darum, etwas Neues zu gewinnen.

Das Buch, der Podcast, das Angebot steckt in dir, aber die Verrückten sind immer irgendwie die anderen. Der Friedhof der vernünftigen Ausreden ist nicht der Ort von ungenutztem Potenzial, es ist der Ort von ungelebten Leben.

Was du nicht verstehst: Die, die es wagen, haben auch eine Ausrede benutzt – aber eine, die sie nicht mehr anders leben lassen konnte.

“Ich könnte morgen sterben” ist eine valide Ausrede, der du nicht genug Glauben schenkst.

Erwachsen werden. Schon wieder.

Der Fairness halber kommt jetzt normalerweise der Abschnitt, der dich wieder beruhigen soll.

Nicht dieses Mal.

Ade sagt, du sollst nach vorne kommen, die Lücke schließen. Kein Tuch, kein Block, kein Wasser. Arbeiten, um dich zu meistern. Dich selbst bevatern, damit es niemand anderes muss.

Enjoy your practice.

Ade ist kein Psychologe, aber er ist mein Psychologe.

Meine Identität braucht eine Vision, damit ich mich an einer besseren Version von mir hochziehen kann. Dafür brauche ich einen Mentor, der mir meine Möglichkeiten aufzeigt.

Das ist nichts, was mir von außen gegeben wird. Es ist ein inneres Wachstum, bei dem ich erkennen muss, dass der Samen bereits die Information für den ganzen Baum in sich trägt. Hier hilft mir keine psychologische Erklärung. Ich brauche jemanden, der mir die Weggabelung zu mir zeigt. Gehen muss ich selbst.

Was ich auf dem Weg lerne, geht an die Wurzel von dem, der ich bin. Was ich als richtig, wichtig und wertvoll empfinde. Diese Lehre ist extrem herausfordernd, aber jedes Mal komme ich geschliffener aus der Session heraus. Mein Mindset verändert sich. Mehr wird jeden Tag möglich. Ich gehe früher ins Bett, weil ich für 6 Uhr bereit bin.

Ich bin Teil einer Gang, die sich täglich selbst kultiviert, obwohl es keinen unmittelbaren Nutzen gibt. Keine Ego-Show, kein Marketing Gag. Ich liebe die Extreme, die niemand sieht. Der Stoff, den Leute machen, wenn sie mit sich selbst konfrontiert sind.

Ade sagt, wir müssen uns täglich selbst überkommen, bevor wir der Welt dienen können.

Der Zauber dahinter ist – ohne Scheiß – schon wieder erwachsen werden.

Aufhören mit dem Spiel, dass die anderen aufhören sollen, wenn du gerade nicht mitspielst. Die Idee loslassen, dass irgendetwas einfach zu dir kommen sollte.

Das Einfache dich finden lassen — aber nicht im Warten, sondern zufällig bei schwierigen Dingen. Jeden Tag um Punkt 7 Uhr. Auf der Matte, am Schreibtisch, im Konzept, im Mindset, in Aktion.

Falls du mit deiner Arbeit Menschen hilfst oder helfen willst, stay tuned.

Ich arbeite an der MUTON School, die dir hilft, aus deiner Geschichte deinen Purpose, dein Wachstum und dein lebendiges, feueratmendes Business abzuleiten.

Diese Gruppe wird dir zehn Jahre halbherziges Hin und Her ersparen: zwischen dem Hass auf deinen aktuellen Job, der Angst vor dem nächsten Schritt und dem Wunsch, endlich ein mutigeres Leben zu führen.

Am Ende dieser Reise wirst du tiefe Skills, Selbstvertrauen und die Grandezza haben, deinen Purpose als lebendiges Angebot in die Welt zu bringen.

Die Heuchelei der Heilversprechen stirbt.

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Der Geldmagnet, der deine Bestimmung abstößt.

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Vom hochsensiblen Hochstapler zum Millionär.

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